Feuchtraumleuchten

Eine Feuchtraumleuchte erkennt man an einer einzigen Ziffer. Im IP-Code beschreibt die erste Ziffer den Schutz gegen feste Fremdkörper, und wirklich staubdicht ist erst die Sechs — dann dringt kein Staub mehr ins Gehäuse. Die Fünf bedeutet nur „staubgeschützt": Staub kommt hinein, darf die Funktion aber nicht beeinträchtigen. Das klingt nach einem Detail, entscheidet in Werkstatt, Halle oder Waschanlage aber darüber, ob die Leuchte Jahre hält oder nach einer Saison zugesetzt ist.

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Dicht macht nicht das Material, sondern die Konstruktion: eine durchgehende Wanne, eine umlaufende Dichtung zwischen Wanne und Abdeckung, Verschlussclips über die gesamte Länge und eine Kabelverschraubung, die die Zuleitung eng umschließt. Dazu passt die Bauform, die in dieser Kategorie überwiegt — die lineare Leuchte in Längen um 120 und 150 cm, an der Decke aufgebaut oder an Seilen abgependelt. Eingesetzt wird sie überall dort, wo Staub, Feuchte und Zugluft zum Betrieb gehören: in Werkstätten und Produktionshallen, in Lagern, Garagen und Tiefgaragen, in Waschanlagen, landwirtschaftlichen Betrieben und Kühlhäusern.

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Was bedeuten IP65 und IP66 genau?

Die Schutzart beschreibt DIN EN 60529, und beide Ziffern werden getrennt gelesen. Die erste sagt, wie das Innere gegen feste Fremdkörper und Staub geschützt ist, die zweite gegen Wasser:

Ziffer Bedeutung nach Norm Was das im Betrieb heißt
erste 5 staubgeschützt Staub dringt ein, darf die Funktion aber nicht stören
erste 6 staubdicht es gelangt kein Staub ins Gehäuse
zweite 5 Strahlwasser Schlauchstrahl aus allen Richtungen, normale Reinigung
zweite 6 starkes Strahlwasser kräftiger Strahl, Reinigung mit Druckwasser

Staubdicht ist also erst IP6X. Die Kennzeichnung IP54 oder IP55, die im Handel gern als „staubfest" verkauft wird, ist es nicht — sie liegt eine Klasse tiefer, und die Norm rechnet dort mit eindringendem Staub. Für eine Werkstatt, in der geschliffen oder gesägt wird, ist das ein wesentlicher Unterschied.

Wann reicht IP54 und wann muss es IP65 sein?

Entscheidend ist, was im Raum in der Luft liegt und wie gereinigt wird. In einem trockenen Lager ohne Zerspanung, in dem trocken gekehrt wird und die Leuchte hoch hängt, genügt IP54 in der Regel. IP65 und höher lohnt sich überall dort, wo der Staub direkt unter der Leuchte entsteht oder wo mit Wasser gereinigt wird — in Schreinereien und beim Schleifen, in Betonwerken und Lackierereien, in Waschanlagen und Lebensmittelbetrieben, in Garagen und offenen Unterständen, in Ställen und Heulagern. Zur Schutzart gehören zwei Angaben, die gern übersehen werden: der zulässige Betriebstemperaturbereich (im Kühlhaus und unter dem Blechdach sind das die entgegengesetzten Enden der Skala) und die Stoßfestigkeit IK nach DIN EN 62262 dort, wo Stapler oder Material anstoßen können.

Ist eine Feuchtraumleuchte für explosionsgefährdete Bereiche geeignet?

Nein, und das ist der wichtigste Satz auf dieser Seite. Wo brennbarer Staub — Mehl, Zucker, Holz-, Kohle- oder Metallstaub — zu einer Wolke aufgewirbelt werden kann, liegt ein explosionsgefährdeter Bereich vor. Er wird nach Häufigkeit und Dauer der Wolkenbildung in die Zonen 20, 21 und 22 eingeteilt. Geräte für diese Zonen müssen die Anforderungen der 11. ProdSV erfüllen, mit der die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU in deutsches Recht umgesetzt ist, und tragen die entsprechende Ex-Kennzeichnung. Den Betreiber treffen zusätzlich Pflichten aus GefStoffV und BetrSichV, darunter das schriftliche Explosionsschutzdokument.

Die Schutzart IP65 oder IP66 allein qualifiziert eine Leuchte nicht für eine Zone. Staubdichtheit sorgt dafür, dass kein Staub hineinkommt; der Explosionsschutz sorgt dafür, dass das Gerät den Staub draußen nicht entzündet. Wer nicht sicher ist, in welche Kategorie sein Betrieb fällt, gehört damit zur Fachkraft für Explosionsschutz und nicht in den Warenkorb.

Wie viel Lux braucht eine Halle, eine Werkstatt, ein Lager?

Die Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen legt DIN EN 12464-1 fest, und sie beziehen sich immer auf die konkrete Sehaufgabe, nicht auf den Raumtyp. In industriellen Betrieben liegen sie größenordnungsmäßig zwischen etwa 100 bis 200 lx in Lagergängen über 300 lx beim Kommissionieren und in der groben Montage bis zu 500 lx und mehr bei Feinarbeit und Qualitätskontrolle. Die Norm ergänzt das um eine Blendungsgrenze UGR und einen Mindestwert für die Farbwiedergabe, der bei genaueren Tätigkeiten auf Ra 80 steigt. In Deutschland konkretisiert die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.4 die Beleuchtungspflichten des Arbeitgebers.

Zwei Punkte werden dabei regelmäßig übersehen. Die genannten Werte sind Wartungswerte, müssen also auch am Ende des Wartungszyklus noch erreicht werden — die Planung rechnet deshalb mit Lichtstromrückgang und Verschmutzung der Abdeckung. Und die aktuelle Fassung der Norm berücksichtigt auch die Beleuchtungsstärke auf Wänden und Decke, sodass Lux auf dem Boden allein nicht mehr genügt.

Wie viele Leuchten gehören in den Raum?

Eine grobe Abschätzung läuft über den Gesamtlichtstrom: die geforderte Beleuchtungsstärke in Lux mal die Fläche in Quadratmetern, geteilt durch das Produkt aus Raumwirkungsgrad und Wartungsfaktor. In einer normalen Halle mit hellen Wänden liegt der Raumwirkungsgrad etwa bei 0,6 und der Wartungsfaktor um 0,8 — im staubigen Betrieb sinkt er, weil die Abdeckung schneller zusetzt. Für die Anordnung gilt eine einfache Faustregel: der Leuchtenabstand beträgt das Ein- bis Eineinhalbfache der Höhe über der Nutzebene. Je höher die Leuchte hängt, desto weiter dürfen die Abstände sein, desto mehr Licht streut aber unterwegs. Ab etwa sechs Metern Deckenhöhe treten lineare Leuchten hinter Hallenstrahler zurück.

Wozu dient die Durchgangsverdrahtung?

Durchgangsverdrahtung heißt, dass die Leuchten mit einer einzigen Zuleitung hintereinander durchverbunden werden statt jede über eine eigene Abzweigung. In einer langen Halle oder Tiefgarage spart das einen erheblichen Teil an Kabel und Montagezeit. Wie viele Leuchten in einer Reihe zulässig sind, bestimmen die Strombelastbarkeit des Stromkreises, der Leiterquerschnitt und die Herstellerangabe — Leuchten haben einen Einschaltstromstoß, sodass die Grenze niedriger liegt, als die reine Summe der Leistungen vermuten ließe. Der elektrische Anschluss gehört ausschließlich in die Hand einer Elektrofachkraft.

In sechs Schritten zur richtigen Feuchtraumleuchte

  1. Prüfen Sie, ob ein explosionsgefährdeter Bereich vorliegt. Wenn ja, brauchen Sie eine Leuchte in Ex-Ausführung, keine Feuchtraumleuchte.
  2. Legen Sie die Schutzart nach dem Betrieb fest: IP65 gegen Staub und Spritzwasser, IP66 dort, wo mit Druckwasser gereinigt wird.
  3. Rechnen Sie den nötigen Lichtstrom aus geforderter Beleuchtungsstärke und Fläche und vergessen Sie den Wartungsfaktor nicht.
  4. Wählen Sie Länge und Abstand nach der Abhängehöhe; bei hohen Decken kommt eher ein anderer Leuchtentyp infrage.
  5. Legen Sie Lichtfarbe und Farbwiedergabe fest. In Werkstatt und Halle passt neutral- bis kaltweiß, bei der Qualitätskontrolle achten Sie auf Ra.
  6. Denken Sie an den Betrieb: Temperaturbereich, Stoßfestigkeit IK, Zugang zum Reinigen der Abdeckung und die Möglichkeit der Durchgangsverdrahtung.

Was diese Kategorie nicht abdeckt

Wir liefern Leuchten, wir erstellen keine lichttechnischen Berechnungen und keine Planungen. Anordnung, Stückzahl und der Nachweis der Beleuchtungsstärke gehören in eine lichttechnische Planung durch einen Fachplaner — wir sagen Ihnen, was ein Modell kann, ersetzen aber weder die Planung noch die Elektrofachkraft. Leuchten in Ex-Ausführung für explosionsgefährdete Bereiche führen wir ebenso wenig wie Systeme mit Zentralbatterie. Für andere Bereiche eignen sich Einbauleuchten, die Kennzeichnung von Rettungswegen übernimmt die Notbeleuchtung, und Lichtlinien in Konstruktionen entstehen aus LED-Profilen mit passenden LED-Streifen.

Verantwortlich für den Inhalt: Team KLUS PROFILE GMBH, HRB 40991, Zittau — Spezialist für Leuchten, Lichtquellen und Komponenten.
Quellen: DIN EN 60529 (Schutzarten durch Gehäuse – IP-Code), DIN EN 12464-1 (Licht und Beleuchtung – Arbeitsstätten in Innenräumen), DIN EN 62262 (Schutzarten gegen äußere mechanische Stöße – IK-Code), 11. ProdSV (ATEX), GefStoffV, BetrSichV, ASR A3.4.
Aktualisiert: August 2026. Dieser Text ersetzt weder eine lichttechnische Berechnung noch ein Explosionsschutzdokument.
Wir beraten Sie bei der Auswahl: +49 3583 5429000 · info@luxifer.de

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Art.-Nr.: 016224
led-industriebeleuchtung-staubdicht-ip65-tripro-45w-1200mm-neutralweiss-1
18,77 € ohne MwSt.
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